Seit Google seine „Übersichten mit KI“ (Google AI Overviews) auch in Deutschland ausspielt, erhalten Nutzer Antworten auf ihre Suchanfragen häufig bereits oberhalb der klassischen Suchergebnisse. Für Unternehmen bietet das neue Chancen auf mehr Sichtbarkeit. Gleichzeitig entstehen jedoch neue Risiken: Enthält eine Google AI Overview falsche Tatsachen, irreführende Zusammenhänge oder rufschädigende Aussagen, kann dies erhebliche wirtschaftliche Folgen haben.

Die gute Nachricht: Erste Gerichte stellen klar, dass Google für eigene KI-generierte Aussagen unter bestimmten Voraussetzungen selbst verantwortlich sein kann. Das gilt selbstverständlich nicht nur für die KI-Übersicht von Google, sondern auch für vergleichbare KI-Übersichten anderer Suchmaschinen, wie von Bing, Yahoo, Ecosia oder DuckDuckGo. Betroffene Unternehmen müssen fehlerhafte KI-Aussagen daher nicht einfach hinnehmen. 

Kurz zusammengefasst

  • Falsche Aussagen in einer Google AI Overview können Unterlassungs- und Beseitigungsansprüche begründen.
  • Das Landgericht München I sieht KI-Übersichten nicht als bloße Wiedergabe fremder Inhalte, sondern als eigene Darstellung von Google.
  • Unternehmen sollten fehlerhafte KI-Ausgaben sofort dokumentieren und rechtlich prüfen lassen.
  • Je schneller gehandelt wird, desto größer sind regelmäßig die Erfolgsaussichten.

Was ist eine Google AI Overview?

Google AI Overviews sind KI-generierte Zusammenfassungen, die bei vielen Suchanfragen oberhalb der klassischen Suchergebnisse erscheinen. Die künstliche Intelligenz fasst Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen und formuliert daraus eigenständige Antworten. Gerade diese eigenständige Verarbeitung kann dazu führen, dass unzutreffende Tatsachen oder irreführende Zusammenhänge entstehen.

Wenn die Google-KI Falsches über Ihr Unternehmen behauptet

Die Gefahr liegt in der besonderen Sichtbarkeit der KI-Übersicht. Nutzer lesen häufig nur die Zusammenfassung oberhalb der Suchergebnisse. Entsteht dort der Eindruck, ein Unternehmen arbeite unseriös, sei in Betrugsfälle verwickelt oder stehe mit bestimmten Personen oder Unternehmen in Verbindung, kann dies erhebliche wirtschaftliche Folgen haben.

Anders als klassische Suchergebnisse verweist die Google AI Overview nicht lediglich auf fremde Quellen. Sie formuliert eigene Aussagen, verbindet Informationen miteinander und zieht Schlussfolgerungen. Genau darin liegt sowohl das Risiko als auch der rechtliche Ansatzpunkt.

Wenn die Google-KI Falsches über Ihr Unternehmen behauptet

Die Gefahr liegt in der besonderen Sichtbarkeit der KI-Übersicht. Nutzer lesen häufig nur die Zusammenfassung oberhalb der Suchergebnisse. Entsteht dort der Eindruck, ein Unternehmen arbeite unseriös, sei in Betrugsfälle verwickelt oder stehe mit bestimmten Personen oder Unternehmen in Verbindung, kann dies erhebliche wirtschaftliche Folgen haben.

Anders als klassische Suchergebnisse verweist die KI-Übersicht nicht nur auf fremde Quellen. Sie formuliert eigenständige Aussagen, verbindet Informationen miteinander und zieht Schlussfolgerungen. Genau darin liegt das tatsächliche Risiko aber auch der rechtliche Hebel.

Das Landgericht München: Google haftet für eigene KI-Aussagen

Mit Urteil vom 28. Mai 2026 (Az. 26 O 869/26) hat das Landgericht München I ausführlich zur Haftung von Google für die AI Overview Stellung genommen.

Gegenstand des Verfahrens war eine KI-Übersicht, die ein Unternehmen mit angeblichen Betrugspraktiken und Inkassotätigkeiten in Zusammenhang brachte. Mehrere dieser Aussagen waren nach Auffassung des Gerichts sachlich falsch.

Das Gericht stellte dabei klar, dass die KI-Übersicht keine bloße Wiedergabe fremder Inhalte sei, sondern eine eigene Darstellung aus den Inhalten erzeuge. Die Haftungsprivilegierung für reine Hosting-Dienste greift in dieser Konstellation gerade nicht, so das LG München.

Warum dieses Urteil für Unternehmen so wichtig ist

Bislang argumentierten Plattformbetreiber häufig, sie würden lediglich fremde Inhalte anzeigen. Für KI-generierte Zusammenfassungen gilt das nach Auffassung des Gerichts gerade nicht.

Werden in einer Google-KI-Übersicht falsche Tatsachen behauptet oder unzutreffende Zusammenhänge hergestellt, bestehen grundsätzlich Unterlassungs- und Beseitigungsansprüche gegen Google. Die Entscheidung aus München gibt Unternehmen somit rechtliche Argumente an die Hand, um sich gegen rechtsverletzende Angaben wehren zu können.

Das Frankfurter Urteil zeigt die Grenzen

Anders entschied im Ergebnis das Landgericht Frankfurt am Main in einem Verfahren aus dem Jahr 2025 (Az. 2-06 O 271/25).

Dort ging es um eine medizinische Aussage innerhalb einer KI-Übersicht. Das Gericht sah die beanstandete Formulierung zwar kritisch, hielt sie im Gesamtzusammenhang jedoch nicht für irreführend. Das Gericht stellte zwar auch hier fest, dass ein Vorgehen gegen Google grundsätzlich möglich ist. Voraussetzung bleibt aber nach wie vor eine Rechtsverletzung. Hierfür reichen ungenaue oder verkürzte Formulierungen im Einzelfall jedoch nicht aus. Insoweit handelt es sich hierbei nicht um eine KI-spezifische Grenze, sondern folgt der allgemeinen Logik, dass ein Unterlassungsanspruch nur besteht, wenn auch eine Rechtsverletzung vorliegt.

Was betroffene Unternehmen jetzt tun sollten

Wie gezeigt, ist ein Vorgehen gegen Google grundsätzlich möglich. Ob tatsächlich Ansprüche bestehen, hängt jedoch immer vom Einzelfall ab. Nicht jede ungenaue Formulierung stellt bereits eine Rechtsverletzung dar. Werden jedoch objektiv falsche Tatsachen behauptet oder entsteht ein unzutreffender Gesamteindruck über ein Unternehmen, sollten Betroffene möglichst früh handeln.

1. Die KI-Ausgabe sofort dokumentieren

KI-Antworten können sich jederzeit ändern. Deshalb sollten Unternehmen umgehend Nachweise sichern:

  • Screenshot der vollständigen KI-Übersicht
  • Suchanfrage (Suchbegriff) dokumentieren
  • Datum und Uhrzeit festhalten
  • Quellenverweise sichern
  • möglichst mehrere Abrufe dokumentieren

Eine spätere rechtliche Durchsetzung scheitert häufig nicht (nur) an der Rechtslage, sondern auch an fehlenden aussagekräftigen Nachweisen.

2. Die Aussagen rechtlich bewerten lassen

Nicht jede unvorteilhafte Darstellung ist rechtswidrig. Entscheidend ist insbesondere:

  • Enthält die KI objektiv falsche Tatsachen?
  • Werden unzutreffende Zusammenhänge hergestellt?
  • Entsteht ein falscher Gesamteindruck?
  • Beruhen negative Bewertungen auf falschen Tatsachen?

Führen diese Umstände sodann zu einer Verletzung des betroffenen Unternehmens, kann das einen Unterlassungsanspruch begründen.  Darüber hinaus kann das eine Meldung nach Art. 16 DSA rechtfertigen, welche Google dazu verpflichtet, das interne Melde- und Abhilfeverfahren durchzuführen. Je früher diese Fragen geklärt werden, desto zielgerichteter kann vorgegangen werden.

3. Google zur Entfernung auffordern

Liegt eine Rechtsverletzung vor, sollte Google unverzüglich die fehlerhafte KI-Ausgabe gemeldet werden. Für eine Meldung nach dem Digital Services Act müssen die in Art. 16 Abs. 2 S. 2 DSA genannten Mindestinhalte mitgeteilt werden.

Von der Durchführung des Melde- und Abhilfeverfahren nach dem Digital Services Act ist die förmliche Abmahnung wegen einer Verletzung des Unternehmerpersönlichkeitsrechts oder im Einzelfall wegen eines Eingriffs in den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb zu unterscheiden.

4. Gerichtliche Schritte prüfen

Reagiert Google nicht oder lehnt die Entfernung ab, kommen gerichtliche Maßnahmen in Betracht. Die Münchner Entscheidung zeigt, dass Unterlassungsansprüche grundsätzlich durchsetzbar sein können. Gerade bei erheblichen Reputationsschäden ist häufig schnelles Handeln im Wege eines Verfügungsverfahrens erforderlich.

FAQ: Die wichtigsten Fragen zu falschen Google-KI-Übersichten

Kann ich eine falsche Google-KI-Übersicht löschen lassen?

Ja. Enthält eine KI-Übersicht nachweislich falsche Tatsachenbehauptungen oder vermittelt sie einen unzutreffenden Eindruck über Ihr Unternehmen, können Ansprüche auf Entfernung und Unterlassung bestehen, wenn diese zugleich eine Rechtsverletzung bedeuten. Die aktuelle Rechtsprechung zeigt, dass Google sich die Inhalte der KI-Übersicht grundsätzlich zurechnen lassen muss.

Wer haftet für falsche Aussagen in einer Google AI Overview?

Nach der bisherigen Rechtsprechung spricht vieles dafür, dass Google für die von seiner KI erzeugten Aussagen selbst verantwortlich ist. Die Gerichte betrachten die KI-Übersicht nicht als bloße Sammlung fremder Inhalte, sondern als eigenständige Darstellung.

Muss die Aussage vollständig falsch sein?

Nein. Auch Aussagen, die nur teilweise zutreffen, können rechtswidrig sein, wenn sie einen falschen Gesamteindruck erzeugen. Entscheidend ist, wie ein durchschnittlicher Nutzer die Aussage versteht.

Was sollte ich tun, wenn ich eine falsche KI-Aussage entdecke?

Sichern Sie zunächst Beweise. Erstellen Sie Screenshots der KI-Übersicht, dokumentieren Sie die Suchanfrage sowie Datum und Uhrzeit und sichern Sie die angegebenen Quellen. Anschließend sollte geprüft werden, ob tatsächlich eine Rechtsverletzung vorliegt.

Reicht eine Meldung über Googles Formulare aus?

Nicht immer. Zwar sollten die von Google bereitgestellten Meldewege genutzt werden. Bei erheblichen Reputationsschäden empfiehlt sich jedoch regelmäßig eine rechtlich fundierte Aufforderung zur Entfernung, in der die Fehler konkret erläutert und belegt werden.

Wie schnell muss ich handeln?

Möglichst sofort. KI-generierte Antworten können sich laufend verändern. Ohne eine frühzeitige Dokumentation kann später oft nicht mehr nachgewiesen werden, welche Aussage tatsächlich angezeigt wurde. Darüber hinaus ist gerichtlicher Eilrechtsschutz nur möglich, wenn innerhalb weniger Wochen (in der Regel 4 bis 6) seit Kenntnis vom Verstoß ein Antrag bei Gericht gestellt wird. In Einzelfällen kann diese Dringlichkeitsfrist auch nur wenige Tage oder Stunden betragen. Das ist abhängig von der Schwere des Eingriffs.

Kann Google sich darauf berufen, dass die Aussage von einer KI erstellt wurde?

Nach der aktuellen Rechtsprechung voraussichtlich nicht. Die Gerichte sehen die KI als von Google entwickelte und bereitgestellte Technologie an. Dass eine Aussage automatisiert erzeugt wurde, entbindet Google nicht automatisch von der Verantwortung.

Welche Chancen bestehen vor Gericht?

Das hängt vom Einzelfall ab. Besonders gute Erfolgsaussichten bestehen dort, wo die KI nachweisbar falsche Tatsachen behauptet, erfundene Verbindungen herstellt oder wesentliche Informationen verzerrt darstellt. Die aktuelle Rechtsprechung zeigt, dass Gerichte bereit sind, Unternehmen auch gegenüber KI-generierten Aussagen wirksam zu schützen.

Unsere Einschätzung und unser Fazit

Die Rechtsprechung entwickelt sich derzeit spürbar weiter. Während Google bei klassischen Suchergebnissen lange vor allem als Vermittler fremder Inhalte angesehen wurde, sprechen die ersten Entscheidungen zu Google AI Overviews dafür, dass KI-generierte Zusammenfassungen rechtlich anders zu bewerten sind.

Für Unternehmen bedeutet das: Enthält eine Google-KI-Übersicht falsche Tatsachen oder rufschädigende Aussagen, bestehen heute deutlich bessere Möglichkeiten, gegen diese Inhalte vorzugehen als noch vor wenigen Jahren. Voraussetzung bleibt allerdings stets eine sorgfältige rechtliche Prüfung des konkreten Einzelfalls.

Die ersten Gerichtsentscheidungen zeigen: Unternehmen müssen falsche Aussagen in Google AI Overviews nicht hinnehmen.

Insbesondere die Entscheidung des Landgerichts München macht deutlich, dass Google für eigene KI-generierte Aussagen verantwortlich sein kann. Werden unwahre Tatsachen verbreitet oder rufschädigende Fehlzusammenhänge hergestellt, bestehen rechtliche Möglichkeiten, gegen die Darstellung vorzugehen.

Betroffene Unternehmen sollten deshalb nicht abwarten. Wer fehlerhafte KI-Aussagen früh dokumentiert, rechtlich bewerten lässt und konsequent gegen rechtswidrige Inhalte vorgeht, erhöht die Chancen erheblich, die Entfernung der Aussagen zu erreichen und weitere Reputationsschäden zu vermeiden.

Wurden über Ihr Unternehmen falsche Aussagen in einer Google AI Overview veröffentlicht? Gerne prüfen wir kurzfristig, ob Ansprüche auf Entfernung, Unterlassung oder weitere rechtliche Schritte bestehen.

Mehr zu unseren Leistungen im IT- und Datenschutzrecht finden Sie hier:

Gerne bringen wir Ihnen im Rahmen eines unverbindlichen Erstgesprächs die Rechtslage näher und unterstützen Sie dabei, Rechtsklarheit zu gewinnen. Kontaktieren Sie uns jederzeit für ein Kennenlerngespräch. 

Einen Überblick Rund um das Thema KI und Recht im Unternehmen finden Sie in unserem gleichnamigen Fokusthema-Beitrag: KI und Recht im Unternehmen

Weitere Blogbeiträge